Againts Actuals (AA) auch Exchange for Physicals (EFP)

Die beiden obigen Begriffe erklären denselben Sachverhalt. Zwei Vertragsparteien schließen am Kassamarkt einen Kaufvertrag über eine Ware zum Beispiel Weizen ab. Lieferant und Abnehmer (Landhändler und Mühle) schließen neben einen Kaufvertrag auf Termin (Forwardgeschäft) gleichzeitig ein Absicherungsgeschäft an der Börse ab. Die Mühle sollte sich am Terminmarkt Short (Verkaufen) positionieren und der Landhändler sollte sich Long (Kaufen) positionieren, um sich so gegen fallende bzw. steigen Weizenpreise abzusichern. Beide Teilnehmer haben sich zuvor darauf geeinigt den Futurepreis als Referenzpreis anzuerkennen.

Welche Vorteile bringen Againts Actuals?

Lästige Preisverhandlungen werden verringert. Denn als Preis wird kein Festpreis zwischen den Parteien vereinbart. Es gilt der Schlusskurs an der Terminbörse des zukünftigen korrespondierenden Termins (z.B. MATIF Weizen Dezember 2019) Liefertermins des Kassamarktgeschäfts.

Jede Partei kann im Zeitraum bis zur zukünftigen Lieferung einen vom Vertragspartner unabhängigen besseren Preis erzielen. Dabei hat der Vertragspartner unter umständen nicht einmal die Ahnung welchen Preis der Geschäftspartner mit Hilfe der Börse erzielt hat.

Gängig ist in der Praxis, dass zum Referenzpreis eine Prämie (Bonus/Malus) ein zu- oder Abschlag vereinbart wird.

Daneben haben Sie neben dem Kassageschäft und der Absicherung am Terminmarkt eine Preis- und Kalkulationssicherheit.

Zum Zeitpunkt der Lieferung werden die Futures zum Vortagesschlusskurs ausgetauscht. Der Hauptvorteil eines Against Actuals ist dabei das exakt zum diesem Börsenschlusskurs getauscht werden kann. Es wäre theoretisch auch möglich an der Börse (on Screen) einfach die Kontrakte glattzustellen. Aufgrund der Volatilität des Marktes könnte es zu einer Differenz beim Schließen der Kontrakte kommen. Als Beispiel würde der eine Vertragspartner nur 176,25 EUR/t. erhalten und der andere wiederum 176,75 EUR/t. Beim Against Actual wird exakt zum selben Preis die Position der beiden Marktteilnehmer gegeneinander an der Börse verrechnet.

Ablaufbeispiel:

Die Mühle und ein Landhändler haben sich im Februar geeinigt 2000 Tonnen Weizen auf Termin (Forward) zu kaufen bzw. zu verkaufen. Die Lieferung soll im September stattfinden. Beide einigen sich auf den Börsenpreis der MATIF Dezember Termin mit einem Aufschlag von 5 EUR/t. Nun haben beide Parteien Zeit bis zur physischen Andienung des Kassamarktvertrages unabhängig voneinander an der Börse zu kaufen bzw. zu verkaufen.

Die Mühle entscheidet direkt nach Vertragsabschluss, die komplette Position an der Börse zu einem Kurs in Höhe 180,00 EUR/t. zu verkaufen. Der Landhändler lässt sich noch Zeit und kauft jeden Monat ein paar Kontrakte. Ende Juli hat er ebenfalls seine Position zu einem Durchschnittspreis von 170,00 EUR/t. gekauft.

Im September am Tag der physischen Andienung werden nun die Shortpositionen der Mühle und die Longpositionen des Landhändlers zum dem aktuellen Schlusskurs in Höhe von 175,00 EUR/t. getauscht.

Da kommen nun die Börsenskeptiker und würden argumentieren ohne die Börse hätte die Mühle günstiger einkaufen können. Dies weiß jedoch niemand vorher, es hätte auch eine globale Wetterkatastrophe entstehen können und wir hätten einen Preis von 250 EUR/t. an der MATIF erreichen können.

Mühle

Landhandel

Verkauf Terminmarkt zu   180,00 EUR/t.

Kauf Terminmarkt zu             170,00 EUR/t.

Kauf Terminmarkt zu        175,00 EUR/t.

Verkauf Terminmarkt             175,00 EUR/t.

Gewinn                                5,00 EUR/t.

Gewinn                                       5,00 EUR/t.

Wir haben nun zwei Gewinner an der Börse: Sowohl die Mühle hat mit Ihrer Absicherung einen Gewinn in Höhe von 5,00 EUR/t. an der Börse realisieren können als auch der Landhändler. Je nachdem zu welchem Zeitpunkt oder nach welcher Hedgestrategie abgesichert worden ist, ist hier einiges an Optimierungspotential der Vermarktung bzw. des Einkaufes vorhanden.