Ölsaatenmarktbericht

Die Sojabohne hat gestern a bißerl zulegen können. Im Handelsverlauf testete die Bohne ihre Unterstützung bei der 200-Tagelinie. Der Test war ernstzunehmen, aber die Bohne hat den Durchschnitt nicht durchbrochen. Sie drehte um und kroch langsam aber sicher nordwärts. Damit war das charttechnische Unheil abgewendet. Sojaöl zog weiter an. Der Test der 200-Tagelinie fand hier bereits vor zwei Tagen statt. Auch das Sojaöl konnte sich im entscheidenden Augenblick von seiner Unterstützung lösen und wieder nordwärts drehen. Gestern sind wir den zweiten Tag in Folge sehr ordentlich angestiegen. Nur das Sojaschrot tanzte aus der Reihe. Hier war schon wieder nichts zu holen. Die Preise waren derart unter Druck, dass nunmehr der untere Rand der Seitwärtszone in Gefahr geraten ist, gebrochen zu werden. Hier müssen wir verstärkt hinschauen und jede Bewegung akribisch untersuchen - es könnte charttechnsiches Ungemach auf uns zurollen. Was war denn nun aus fundamentaler Sicht wichtig?

Nachdem das USDA bereits am Montag den Export von 618 tsd Tonnen Bohnen in Richtung China gemeldet hatte, legte man gestern noch einen drauf. Das Reich der Mitte schlug nochmals zu und buchte dicke 2,6 mio to aus der laufenden US-Kampagne. Damit wurden die gerüchteweise kursierenden Meldungen offiziell bestätigt. Eine zusätzliche Überraschung wurde aber in bezug auf Menge nicht geliefert. Aber es reiichte aus, um der Bohne die gestrige Preiskehrtwende zu ermöglichen. Neben der chinesischen Exportmenge wurden noch 274 tsd Tonnen an eine nicht näher bezeichnete Destination verkauft (unknown destination). Das ist es im Prinzip gewesen. Daneben bereitete man sich noch seelisch und moralisch auf den am Freitag erscheinenden WASDE-Bericht vor. Der Januarreport war wegen des Shutdowns ausgefallen, sodass nun alle Bedeutungsschwere des Januars auf dem Februarbericht ruht. Der Januar WASDE-Report ist traditionell sehr wichtig und beinhaltet nicht selten eine hohe preisliche Sprengkraft - Limitbewegungen sind keine Seltenheit. Die Wichtigkeit ergibt sich aus der Tatsache, dass das USDA im Januar die US-Ertragsniveaus der 2018/19er Kampagne final feststellt. Da das im Januar aber nicht geschehen ist, wird es nun nachgeholt. Am Freitag gilt es also mit verstärkter Wachsamkeit auf die USDA-Zahlen zu schauen und die Marktreaktion darauf zu bewerten. Mit Soja bin ich durch, aber es sei abschließend erwähnt, dass der SV Werder Bremen die Dortmunder Borussia aus dem Pokal

 

Winnipeg: In Kanada passierte nichts. StatsCan lieferte Zahlen und veranschlagte die Canolabestände mit 14,6 mio to, was marginal unter der Erwartung lag, aber der Markt machte nichts daraus. Alles blieb beim alten.

Matif: Raps hatte gestern seine liebe Mühe und Not mit der Rückeroberung der 200-Tagelinie. Aber es hat geklappt.