Der gesamte Sojakomplex, trat gestern in Chicago auf der Stelle.

Die Sojabohne, nein, der gesamte Sojakomplex, trat gestern in Chicago auf der Stelle. Weder die Bohne, noch das Sojaöl, noch das Sojaschrot waren in der Lage, eine nennenswerte Preisverschiebung zu zeigen. Einerseits wartet man auf die Handelsgespräche zwischen den USA und China, und andererseits wurden die südamerikanischen Wetterunbilden nochmals aufgebrüht. Durch das ewige wiederholte Aufbrühen unveränderter Wettermeldungen aus Brasilien und Argentinien kommt aber nichts Gehaltvolles mehr heraus. Man hat nur noch trübes Wasser von entsetzlicher vegetarischer Fadheit auf dem Teller. Das will doch niemand mehr serviert bekommen bzw. nochmals herunterwürgen. Wer weiß, welchen Schaden der Verdauungstrakt davon nimmt? Das scheint die internationalen Nachrichtenagenturen aber nicht zu stören, denn hier heißt es "Gebt nur mehr und immer, immer mehr, so könnt ihr euch vom Ziele nie verirren!" Man sollte versuchen, die Schlagzeilen woanders zu suchen, aber das ist wegen der Bedeutung der anstehenden Handelsgespräche leichter gesagt als getan. Dieser politische Einfluss ist dermaßen gravierend, dass alles andere in der Marktwahrnehmung zurückweicht. Das Resultat ist ein gelähmter Sojamarkt.

Was war sonst noch wichtig? In Davos läuft noch das Weltwirtschaftsforum, aber die wichtigsten Staatslenker sind wohl zu Hause geblieben, und diejenigen, die gestern ihre Reden schwangen, vermittelten auf ganz eigenartige Weise den Eindruck von Zirkusclowns, die in der Manege lustig herum gestikulieren und so tun, als würden sie die Schau kommandieren. Was soll man nun dazu sagen? Mag sich ein jeder denken, was er mag.

In Australien haben die Wetterprobleme (Trockenheit) eine Intensität erreicht, die sehr bedrohlich ist. Mit Temperaturen von bis zu 50°C herrschen im gesamten Süden knochentrockene Bedingungen, die die Brandgefahr sehr stark gesteigert haben. Die Karte auf der nächsten Seite vermittelt einen sehr guten Eindruck von den entsetzlich heißen und trockenen Bedingungen. Last not least sei erwähnt, dass die agrarischen Importe Chinas im Dezember 2018 im Vorjahresvergleich um 9% gefallen sind. Die Einflüsse des sino-amerikanischen Handelsstreits dürften wohl ihren Höhepunkt erreicht haben, denn die chinesischen Agrareinfuhren aus den USA sind im Dezember um 80% eingebrochen. In Sachen Bohne ist man im Dezember um 6,19 mio to eingebrochen, und im Vormonat hatte man gar kein US-Böhnchen eingeführt.