Die Sojabohne war gestern wieder etwas fester

Die Sojabohne war gestern wieder etwas fester und hat damit die 200-Tagelinie weiterhin auf Schlagdistanz. Im Produktenbereich war hauptsächlich das Sojaöl interessant. Das Schrot trat auf der Stelle und leistete nichts. Beim Sojaöl gab es weiteren Zugewinn, der den Preis in Richtung der 200-Tagelinie getrieben hat. Die Festigkeit wird von internationaler Seite unterstützt, denn die Palmölnotierungen haben wohl ihren Bodengefunden und sind nun dabei, an sehr wichtigen Widerständen zu schnuppern. Wenn diese überwunden werden können, muss man davon ausgehen, dass das Sojaöl seine 200-Tagelinie durchstößt. Dann würde sich das Bohnenpreisumfeld weiter aufhellen. Einstweilen handelt der Markt aber tendenziell das Wetter in Südamerika. Das wird nach wie vor uneinheitlich bewertet. Bei nüchterner Betrachtung kommt man aber um eine Einsicht nicht herum: die wahrgenommenen Wetterunbilden in Brasilien und Argentinien haben es bislang nicht vermocht, den Bohnenpreisen in Chicago Feuer unter dem Hintern zu machen. Von Aufwärtsmomentum, das für einen echten Wettermarkt charakteristisch wäre, ist weit und breit nichts zu sehen. Die Bohne stagniert vielmehr und handelt, ohne einen Richtungsentscheid zu treffen, seitwärts. Entscheidend wird sein, ob und wie sie die 200-Tagelinie angreift. Die neuen Zahlen von der Fundamentalseite haben hier auch nichts bewirken können. Eine Reutersumfrage förderte zutage, dass ein Befragtendurchschnitt die brasilianische Bohnenernte nun bei 117 mio to sieht. Zuletzt waren das noch fast 121 mio to. Das scheint vom Markt weitestgehend eingepreist zu sein, denn wesentliche Preisreaktionen blieben aus. Informa Economics, nein, die heißen jetzt IEG Vantage, hat eine weitere Schätzung über die kommenden Sommerungen in den USA veröffentlicht. IEG sieht die neue US-Bohnenfläche nun bei 86,2 mio acres. Das sind zwar 1,1 mio acres mehr als man noch im Dezember weissagte, aber immer noch etwa 3 mio acres weniger als in 2018. Mit anderen Worten, der gefallene Bohnenpreis (Handelsstreit) soll die Farmer von der Aussaat abhalten. Für diese Erkenntnis hätten wir IEG sicherlich nicht gebraucht, aber es ist in unserer Branche in Mode gekommen, sich permanent über ungelegte Eier zu unterhalten und die Welt mit den Ergebnissen zu beglücken. Es erscheint uns deutlich klüger zu sein, die US-Flächenschätzungen zum jetzigen Zeitpunkt ganz hinten anzustellen. Wir haben ausreichend andere marktbestimmende Faktoren: z.B. die anstehenden sino-amerikansichen Gespräche!

Winnipeg: In Kanada gab es auch steigende Rapspreise, wenngleich man hier nur bis zum 50-Tage-EMA marschieren konnte. Der wichtigste Hauptwiderstand liegt also direkt über Kopf.

Matif: An der Matif regiert vorne die Technik. Das hat aber auch die hinteren Monate mitgerissen, wenngleich hier die Zugewinne auf Schlusskursbasis nicht ganz gehalten werden konnten. Der Maitermin attackierte aber die 375,-€.

Am Kassamarkt gab es Unterhandlungen, vereinzelt soll es Abschlüsse gegeben haben.

 

 

Schauen wir auf Palm- und Sojaöl: