Sojabohne hat verloren

Die Sojabohne hat gestern verloren. Das lag daran, dass sie nicht die Kraft entwickeln konnte, den direkt über ihr liegenden Widerstand (200-Tagelinie) anzugreifen. Das war enttäuschend und provozierte Abgabedruck. Dieser war aber nicht sonderlich ausgeprägt und konnte mühelos von gleitenden Durchschnitten ausgefangen werden (siehe Chartbild von gestern). Beide Produktkomponenten waren ebenfalls im Minus. Wobei das Schrot seine jüngst wiedergewonnene Festigkeit am besten verteidigen konnte. Alles in allem gab es im gesamten Sojakomplex keine großen Verschiebungen preislicher Art. Was war wichtig? Nichts! Jedenfalls nichts, was nicht schon bekannt gewesen wäre. Die Amerikaner verhandeln mit den Chinesen über die Beilegung des Handelskonfliktes. Es dringt nicht viel nach außen, aber die Gespräche sollen nach jüngsten Meldungen verlängert werden. Das ist eher ein positives als ein negatives Signal. Am Ende des Tages darf man eines nicht vergessen. Trump muss wiedergewählt werden und die chinesischen Machthaber nicht! Das bedeutet, dass Trump seiner Wählerschaft Erfolge präsentieren muss. Im Zweifel arbeitet die Zeit eher gegen ihn als gegen die Chinesen. Insofern muss man annehmen, dass die Friedensbereitschaft der Amerikaner nun deutlich höher ist als noch im Frühjahr des letzten Jahres. Wir werden sehen, ob beide Parteien noch einmal wutschnaubend, ohne eine Annäherung erzielt zu haben auseinander gehen oder nicht. Ich denke nicht. Aber die eigentliche Frage dürfte sich nicht um den Handelskonflikt drehen, denn in jedem Land sind Dinge beobachtbar, die einerseits nicht mit dem Handelskonflikt zu tun haben, aber für eine wirtschaftliche Abkühlung sprechen. In Frankreich macht der Mittelstand nun die bittere Erfahrung was es heisst, dem Sozialismus permanent Vorschub zu leisten, aber sich nicht um die Finanzierung zu kümmern. Die Steuerlasten haben den Normalbürger dermaßen geknechtet, dass dieser nun in gelber Weste umher läuft und gewaltsam protestiert. Macron, der große antisozialistische Reformator, ist in seiner Dünnstengeligkeit beim kleinsten Gegenwind eingeknickt, und die EU in ihrer Panik hat Frankreich sofort erlaubt, mehr Schulden zu machen. Das dürfte dann die endgültige Grablegung des europäischen Stabilitätspaktes sein. Egal, wo man hinschaut, es brodelt überall.

 

Sicherlich, man hat die zerbrochene Welt seit der Finenzkrise 2008/09 mit einer gigantischen Flut Billiggeld notdürftig zusammenflicken können, aber wehe, wenn nun die Risse so groß werden, dass die Bindungskräfte versagen.

Winnipeg: In Winnipeg gab es nicht viel zu beobachten, die Preise schoben sich mehr oder weniger seitwärts.

Matif: In Paris stiegen die Rapskurse bis zur 200-Tagelinie an. Dass hier mit starkem Widerstand der Bären zu rechnen ist, hatten wir kommuniziert. Der Widerstand ist umso erbitterter zu erwarten, als kurz über der 200-Tagelinie noch der 50-Tage-EMA liegt. Siehe folgenden Chart: um diesen zu sehen, klicken Sie bitte auf die zugeordnete Datei