Ölsaatenmarktbericht

Die Sojabohne konnte gestern wieder etwas zulegen und ihre Ambitionen unterstreichen, die 200-Tagelinie anzugreifen, die im Märztermin bei ca. 9,31 US$ liegt. Im Produktenbereich gab es einen preislichen Zwiespalt. Das Öl im Minus, und das Schrot leicht im Plus. Der Kursgewinn im Sojaschrot hat die Preise an den oberen Rand der Seitwärtszone gebracht. Das ist charttechnisch bedeutsam, denn bei einem Durchbruch, kann es schnell zu Anschlussmomentum kommen (siehe tägliche Agrartrends).

Die Bohne war im Plus, weil man weiterhin Sorgen um das Produktionspotential in Brasilien hat und weil die Amerikaner Bohnen in Richtung China verkauft haben. Die Aussagen über die Höhe der Exportgeschäfte sind etwas widersprüchlich bzw. bewegen sich in einer weiten Spanne. Das obere Ende der Range liegt bei 900 tsd Tonnen, was realistischer ist als die 180 tsd to, die das untere Ende der Schätzbreite darstellen. Wenn die jüngsten Nachrichten über chinesisches Kaufinteresse stimmen, hätte das Reich der Mitte direkt nach Aufnahme der momentan laufenden Handelsgespräche mit den USA die dritte Kaufrunde eingeläutet. In Summe dürfte sich die insgesamt in den USA  gekaufte Menge auf etwa 5 mio to belaufen. Ansonsten müssen wir den Fortgang der Gespräche in Peking abwarten. Möglicherweise wird tatsächlich ein Durchbruch erreicht und der "bellum omnium contra omnes" beendet. Dann würde sich der Markt vielleicht einmal neu einnorden müssen. Wir werden sehen. Tja, ansonsten weiß ich auch nicht, was es zur Bohne noch zu sagen gibt. Viel Neues kann es aber nicht sein. Moment, die wöchentlichen Exportinspektionen der USA lagen in Sachen Bohne waren 673,1 tsd Tonnen und damit im Bereich der Erwartungen.

In der übergeordneten Sphäre gab es aber etwas zu beobachten, das einer Erwähnung wert sein muss. Die Chinesen haben nämlich den Import von fünf weiteren gentechnisch veränderten Ackerfruchtsorten zugelassen. Auch dies dürfte im Zusammenhang mit den sino-amerikanischen Handelsgesprächen stehen. Die Sorten sind RF3 Canola (von Bayer entwickelt, aber jetzt im Besitz von BASF), MON 88302 Canola (eine glyphosattolerante Monsanto-Sorte) DP4114 (Maissorte von DuPont Pioneer) SYHT0H2 (Sojabohne von Syngenta) und die DAS-44406-6 Sojabohne (Dow Agro Sciences). Da mag nun einjeder herauslesen, was er mag. Es sieht aber so aus, als wollten die Chinesen im Vorfeld auf Gutwetter machen.