Ölsaatenmarktbericht

Die Sojabohne beendete das alte Jahr unspektakulär. Am Ende stand eine rote Null. Das Sojaöl schaffte eine schwarze Null, und das Schrot begann zwar ambitioniert, wurde aber schnell ausgebremst und endete im Minus. Alles in allem kein Heldenstück! Es gibt auch wenig zu sagen. Nach wie vor wartet man auf eine potentielle Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit. Das jüngste Signal der Entspannung kam aus dem Reich der Mitte. Xi Jinping rühmte in einer Rede die Vorteile der Zusammenarbeit. Was daraus wird, wir werden sehen. Man will sich noch im Januar zusammensetzen und auf diplomatischem Weg einen Ausgleich anstreben. "Die Botschaft hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube", ist man versucht zu antworten, wenn man die Bekundungen zum guten Willen zwar immer wieder vorgebetet bekommt, aber man permanent im Stadium des fast oder beinahe stecken bleibt. Jedenfalls gibt es im Januar einen diplomatischen Verständigungsversuch und dem sollte man nicht vorgreifen, auch wenn die Erfahrung lehrt, dass beide Seiten nicht verlegen darum sind, Argumente aufzurufen, um ihren Starrsinn zu rechtfertigen. Zwischenzeitlich sind trotz des Government Shutdowns Zahlen aus dem USDA gekommen. Die wöchentlichen Exportinspektionen betrugen in Sachen Bohne 677 tsd Tonnen. Damit wurde das vom Markt erwartete Ziel von mindestens 700 tsd Tonnen verfehlt. Die Optimisten erwarteten sogar 1 mio to. Beim Biospritt (Biodiesel) produzierte man im Monat Oktober 170 mio Gallonen. Das waren 3 mio Gallonen mehr als im Vormonat und wurde irgendwie bullisch betrachtet. Diese Bulligkeit blieb aber letztlich wirkungslos, denn der Markt war im Jahresendhandel gefangen. Die Fonds bügelten vor der Rechnungslegung noch schnell ihre Positionen glatt und verabschiedeten sich in die Silvesterfeier.

Winnipeg: In Kanada gab es ebenfalls nichts Spektakuläres. Man trat nur müde auf der Stelle herum. Langweilig!

Paris: Die Matif flippte hingegen aus. Der Markt brach zwischenzeitlich zusammen und teste das alte Zwischentief vom Juni. Danach setzten aber sofort die Käufe ein und der Markt marschierte unaufhaltsam nordwärts bis zum 10-Tage-EMA, dem ersten wichtigen gleitenden Durchschnitt. Das war eine klassische Bodenbildungsaktivität. Mal schauen, wie es nun weitergeht.

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