Ölsaatenmarktbericht

Die Amerikaner haben nur einen Weihnachtsfeiertag. Deshalb waren die us-amerikanischen Börsen gestern wieder geöffnet. Kaum hatte man die Tore aufgemacht und die Server gestartet, ging es auch schon abwärts. Die Bohne machte recht früh deutlich, dass sie nicht in der Lage ist, nach oben hin ein wichtiges Widerstandsbündel anzugreifen. Damit damit waren die Würfel gefallen, es ging abwärts. Die Preise gerieten unter Druck und rutschten zweistellig ins Minus, als die Wetterfrösche bessere Niederschlagsaussichten für Südamerika verkündeten. Brasilien und Argentinien haben bereits kürzlich Regen bekommen, aber in nächster Zukunft soll Brasilien weiteren Niederschlag erhalten und für das kommende Wochenende hat Argentinien auch gute Chancen, mehr Regen abzubekommen. Das tut den Ertragsaussichten dortzulande sehr gut und belastet in Chicago folgerichtig den Markt. Ein weiterer Faktor für die Verkaufslaune waren die Chinesen. Man hofft in den USA auf weiteres Exportgeschäft. Solange das Reich der Mitte diese Hoffnungen aber nicht bestätigt, hält man sich zurück und wartet ab. Wenn die potentiellen Verkäufer anfangen zu verkaufen und auf einen Markt treffen, in dem die potentiellen Käufer abwarten, dann fällt der Preis. Das ist geschehen, nicht mehr und nicht weniger.

In Kanada und bei uns gab es gestern keinen Handel, aber an Heiligabend. Am Montag sind sowohl in Kanada als auch an der Matif die Preise bei sehr geringer Umsatztätigkeit gefallen. In Paris ist das deshalb von besonderer Relevanz, weil man ein neues Tief im Rahmen der laufenden Abwärtsbewegung verzeichnet hat. Das muss weiterhin scharf im Auge behalten werden, weil sich die Rahmenbedingungen nicht unbedingt verbessert haben. Zwar notieren die Chicagoer Kurse derzeit leicht im Plus, aber so wirklich ist dieser Entwicklung nicht zu trauen. Der Regen in Südamerika muss ernst genommen werden. Unterdessen kann man in Rotterdam nur noch mit Mühe die 700,-€-Marke für Rüböl auf Termin verteidigen. Sollten wir hier einen Dammbruch sehen, wird es brenzlig!

Am Kasamarkt herrschate am Monatg Funkstille. Panische Weihnachtseinkäufe richteten sich auf andere Dinge als auf Raps. Wer will auch schon Heiligabend unterm Baum mit einer Fuhre Raps "beglückt" werden? Außer mir sicherlich keiner!

 

Oh, was war denn das Hübsches? An Heiligabend rauschten die internationalen Finanzmärkte fürchterlich runter, gestern gab es eine gewalttätige Gegenreaktion. Wie ist die Lage? War das eine starke Rückschnapprallye in einem Bärenmarkt oder hat eine Bodenbildung stattgefunden? Wer will das wissen, ich sicher nicht!