Ölsaatenmarktbericht

Die Sojabohne setzte gestern zurück. Der Märztermin büßte 6 3/4 cts/bu ein und schloss bei 9,06 1/4 US$/bu. Damit ist der Markt hart auf seinem 50-Tage-EMA aufgeschlagen. Die Bullen müssen hoffen, dass dieser gleitende Durchschnitt den Abverkauf zum Stehen bringt, sonst können schnell weitere 20 cts verlustig gehen. Beide Produktkomponenten waren ebenfalls im Minus. Die Gründe für die Abverkaufswilligkeit sind schnell aufgezählt. Einerseits sind die chinesischen Käufe bislang hinter den Erwartungen zurückgeblieben, und andererseits haben die USA sehr gut geerntet, sodass man zuhause genug Bohnen liegen hat. Und zum Dritten hat es in Südamerika nun geregnet! Kürzlich wurden Befürchtungen laut, dass die zu trockenen Gebiete Ertragseinbußen hinzunehmen hätten. Die jüngsten Regenfälle haben diese Sorgen im Markt deutlich abgemildert und die bärischen Rahmenbedingungen verschärft. Dem ist die Bohne gestern natürlich auch zum Opfer gefallen.

Positiv waren die Nachrichten, dass China wieder im US-Bohnenmarkt sei, um vor Weihnachten noch mindestens 2 mio to zu buchen. Ganz ehrlich, diese Nachricht kann uns nicht überraschen und war an dieser Stelle bereits vorangekündigt. Am Marktverhalten von gestern ist aber abzulesen, dass der gesamte Bohnenmarkt nichts anderes erwartet hat. Denn andernfalls hätte man in Chicago diese Nachricht nicht so quittiert, wie man sie quittiert hat...mit fallenden Kursen. Es ist nicht die Nachricht, sondern die Reaktion des Marktes auf die Nachricht, die wichtig ist für die Analyse. Mehr gibt es für den Moment zum Bohnenmarkt wohl nicht zu sagen.

Winnipeg: In Kanada war´s gestern nun Essig mit eigenem Behauptungswillen. Das Sojaöl grätschte mit seinen Verlusten in die Parade der ambitionierten Canolabullen. Man wurde gezwungen, Gelände an die Bären abzutreten. Hierbei settelte der Märztermin bei 485,80 Can$/to. Die Landwirte sollen ihre Verkaufsaktivitäten ausgebaut haben.

Matif: Die Matif musste auch wieder nachgeben. Hauptsächlich wohl in Folge der nachlassenden Rübölquotierungen in Rotterdam. Nun hat es diesen Markt doch erwischt, der schwächere US$ hinterlässt hier deutliche Bremsspuren. Wenn der US$ so weiter performt, müssen wir davon ausgehen, dass die 700er-Marke auf dem Feb-April-Termin nicht zu halten sein wird. Dann brennt aber der Baum...und das an Heiligabend! Am Kassamarkt ist der Baum schon lange abgebrannt. Auch gestern wurden alle meine Versuche zuschanden. Kein Lichtlein auf den Tannenspitzen.