Getreidemarktbericht

• Überseeische Getreidemärkte mogeln sich durch den Handelstag; keine bedeutsamen Bewegungen

• sowohl die Weizennotierungen als auch die Maispreise traten gestern am CBoT auf der Stelle

• Fonds kauften gestern etwa 1500 lots Weizen, 7000 lots Mais und 4000 lots Bohne in Chicago

• US-Agrarmärkte bereiten sich langsam aber sicher auf WASDE-Report vor; kommt am Freitag

   • • nach dem Ausfall des Januarreportes fällt dem Februarbericht sehr hohe Bedeutung zu

   • • im Januar werden nämlich die US-Erträge der 2018er Ernte final bewertet (hohe Zahlenbrisanz)

• Schwinden der russischen Weizenbestände wirkte sich stützend aus; jedenfalls psychologisch

• bei US-Mais hofft man nach wie vor auf die Chinesen; Reich der Mitte sollte Ware aus den USA buchen

• StatsCan veröffentlicht den Quartalsbestandsbericht: Weizenbestände Kanadas @ 23,2 mio to ( 23,4 erw)

   • • Canolabestände bei 14,6 mio to geseheen (14,7 war Erwartung); Durum 5,3 mio to (5,2 mio to erwart.)

   • • Gerstenbestände bei  4,9 mio to gesehen (5,6 erwartet); Haferbestände bei 2,3 mio to (2,6 erwartet)

• Jordanien kauft doch tatsächlich wieder einmal Weizen; diesmal 60 tsd Tonnen optionaler Herkunft

   • • Jordanien bekam drei Offerten; eine haben sie abgebucht

• ansonsten war die Nachrichtenlage ähnlich müde wie Stimmungslage

• Matifweizen kann sich zu nichts aufraffen; man zweifelt an zukünftigen Weizenexporten in 2. Hälfte

   • • man muss seinen Optimismus aber nicht wie das Kind mit dem Bade ausschütten

   • • die russischen Bestände sind auf dem Rückzug; wir werden gute Exportchancen haben

• möglicherweise machen Nordafrikaner aber politische Disziplinierungskäufe in Argentinien oder USA, um

    uns Europäern Angst einzujagen. Hierauf ist demnächst verschärft zu achten!

(• Ich bin kein europäischer Weizenexportpessimist, aber siehe unbedingt die zweite Seite...wichtig!!!)

• Kassamärkte verharren weiterhin in ruhiger Stille; Geld und Brief sind weiterhin weit auseinander

• Nachtbörsenvorgaben leicht positiv beim Weizen und leicht negativ beim Mais

 

Der Baltic Dry Index ist ein Schiffsfrachtenindex und spiegelt in seiner Entwicklung die weltweite Transporttätigkeit von Massenschüttgütern wider. Insofern kann man ihn durchaus als Weltwirtschaftsindikator ansehen. In der Vergangenheit grätschte aber immer wieder eine strukturelle Überkapazität an Ozeanfrachtraum in diese Interpretation dazwischen. Wenn man mehr Frachtraum schafft als tatsächlich benötigt wird, dann werden die Frachten nun einmal billiger. Das muss noch nicht zwangsläufig eine weltwirtschaftliche Kontraktion bedeuten. Aber darauf wollen wir hier und jetzt gar nicht hinaus, sondern wir wollen das im Lichte unserer Thematik betrachten. Der Index hat nach seinem freien Fall ein Zweijahrestief gemacht. Das ist zwar ein sehr scharfer EInbruch, aber ein Schwächerwerden zum jetzigen Zeitpunkt entspricht einer saisontypischen Entwicklung, denn der Januar ist ein eher schwacher Monat, was die Transporttätigkeit auf dem Pazifik anbelangt. In diesem Jahr sind aber gerade auch die Atlantikfrachten sehr stark gesunken! Und das erhöht die Wettbewerbsfähigkeit des us-amerikanischen Weizens in Richtung unserer Exportmärkte (Nordafrika und Mittlerer Osten)! Bislang haben die Russen diese Absatzmärkte regiert, aber deren Bestände sind im Sinkflug, sodass wir hier alsbald ein deutliches Nachlassen der scharfen Konkurrenz spüren sollten. Wir könnten doch eigentlich problemlos in diese Lücke vorstoßen, aber durch die fallenden Atlantikfrachten sitzen und die Amis im Nacken. Das muss man schonungslos einräumen.

Um mehr zu erfahren, klicken Sie auf die zugeordnete Datei: