Sojakomplex: Die Bohne hat am Freitag leicht zugelegt

Ölsaatenmarktbericht incl. Charting und Schlusskurse vom 06.10.2017: PDF herunterladen

 

Sojakomplex: Die Bohne hat am Freitag leicht zugelegt. Der vordere Novembertermin schloss nach einem Plus von 4 cts/bu bei 9,72 1/4 US$/bu. Die Zugewinne kamen erst spät in der Sitzung zustande, aber das spielt für die Einordnung der Situation kaum eine Rolle. Die südamerikanischen Voraussetzungen sind aus pflanzenbaulicher Sicht derzeit nur suboptimal.  Zu trockene Bedingungen auf Teilen der brasilianschen Äcker bereitet nach wie vor Sorge. Dieser bullische Umstand ist in seiner Wirkung immerhin so stark, dass der aus den USA stammende Erntedruck gekontert werden kann. Im Chart führt das dazu, dass die Bohne weiterhin wie ein Stück Wurst zwischen den Brotscheiben 50-Tage-EMA und 200-Tagelinie eingeklemmt ist und sich in dieser Zone seitwärts schiebt. Zudem scheinen die leichten  Verzögerungen bei der US-Ernte derzeit zu verhindern, dass vom US-Kassamarkt her wirklicher Erntedruck an der Chicagoer Börse aufbrandet.  Angesichts dessen müssen wir die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass die Sojabohne in diesem Jahr eine Oktobertief ausformt, das in Gestalt einer Seitwärtsschiebezone daher kommt. Aus trendanalytischer Sicht ist anzumerken, dass der Kaufdruck seit dem 4. Oktober größer als der Verkaufdruck ist. Der Marktdruck ist also positiv. Das erklärt auch die neuerliche Attacke auf die 200-Tagelinie, die im Moment stattfindet.

Die Produkte handelten am Freitag prinzipiell unaufgeregt, aber es gibt aus charttechnischer Sicht Dinge, die wir berücksichtigen müssen. Die Schrotpreise haben ihre 200-Tagelinie mit den Zugewinnen am 5. Oktober durchstoßen und halten sich bislang über dieser Marke. Die Sojaölpreise konnten ihren freien Fall stoppen und sind im Konsolidierungsmodus. Beides hilft der Bohne saisonalitätstypischen Verkaufdruck zu bekämpfen.

Ansonsten dürfte die laufende Woche erst einmal von den Crop Ratings bestimmt werden, die heute abend vom USDA veröffentlicht werden, und danach vom WASDE-Bericht, der am Donnerstag auf den Markt trifft.

Winnipeg: Canola in Winnipeg hat sich die letzten Tage nach oben bewegt. Nunmehr stehen die Preise auch hier vor ihrer 200-Tagelinie. Ein deutliches Indiz dafür, dass im kanadischen Rapsmarkt die Saisonalität in ihrer preisdämpfenden Wirkung schwächer geworden ist. Fundamental wurde die ganze Sache von frostigen Bedingungen in Alberta gestützt, wo Wintereinbrüche die Erntetätigkeiten verzögert haben. Der jüngst schwächere Can$ wirkte sich ebenfalls leicht stützend aus. Das war´s. 

MATIF: Raps wurde am Freitag in die Knie gezwungen. Die Preise brachen ein und durchschlugen heftig den 50-Tage-EMA bei etwa 368,50 €/to. Es trat aber eine Erholung ein, die diese Marke zurückerobern konnte. Die von den Bären  geschlagene Wunde wurde also sofort von den Bullen verarztet. Der Blutaustritt hielt sich somit in verträglichen Grenzen. Die Bohne zeigt mit ihren Produkten inmitten der schönsten Erntedruckzeit Unterstützungstendenzen, die nur auf sensibles Kaufinteresse zurückgeführt werden können. Offenbar gibt es Marktteilnehmer, die angesichts der derzeitigen Gemengelage immer wieder an die Nachfrageseite denken und entsprechend handeln. Das gilt Für Bohne und Raps gleichermaßen. Am Kassamarkt gab es rückläufiges Prämienniveau zu beklagen. In vorderen Terminen ist die Deckung der Ölmühlen offenbar gut genug, um eine Angebotsreduktion infolge sinkender Prämien