Ölsaaten suchen Preisboden

Die Bohne rührte sich gestern praktisch nicht vom Fleck. Während des Handels schaute sie sich eher auf der Süd- als auf der Nordseite des Marktes um. Am Ende stand eine schwarze Null. Ähnliches galt für die Produkte.

Im Prinzip blieb alles beim alten. Die politischen Töne haben sich allerdings in der Zwischenzeit verschärft. Die Bohne in den USA braucht eine politische Teileinigung zwischen den USA und den Chinesen, um die Nachfrageseite grundlegend neu bewerten zu dürfen. Unter den derzeitigen Missklängen ist dies jedoch nicht einfach zu bewerkstelligen. Donald Trump ließ anklingen, dass eine Einigung mit China durchaus auch erst nach seiner Wiederwahl im nächsten Jahr erzielt werden könnte. Das schreckte viele Märkte auf und ab. Die mögliche Teileinigung war das einzige Stück Treibholz, an das sich die Bohne am CBoT noch klammern konnte. Dieses Stück Treibholz scheint sich nun voll Wasser gesogen zu haben und untergegangen zu sein. Das sieht nicht gut aus.

Man mag auf die Sprunghaftigkeit des Donalds hoffen, um doch noch Möglichkeiten zu sehen, aber die Aussichten auf eine rasche diplomatische Lösung haben sich doch stark eingetrübt. Zumal alle Seiten nun wieder mit Zöllen und Vergeltungszöllen drohen. Äußerst schwierige Lage.

Winnipeg: Canola schaute mal nach oben, besann sich dann aber auf seine Kraftlosigkeit und ging zurück.

Matif: Raps in Paris machte das gestern auf umgekehrte Weise viel besser. Die Rapskurse neigten erst zur Schwäche und testen sehr wichtige Unterstützungen. Im entscheidenden Augenblick konnten die Kurse aber drehen und in Richtung 390,- € (Februar 2020) ansteigen. Rein charttechnsich sieht das gar nicht schlecht aus. Der Boden für Anschlussfestigkeit ist bereitet. Man hätte die Möglichkeit, einen vielversprechenden Angriff auf die eben genannte Preismarke zu unternehmen.

Die Rübölpreise in Rotterdam waren gestern marginal abschlägig.