Ölsaaten preislich erholt

Die Bohne legte am Freitag zu. Es gab weiteres Exportgeschäft in Richtung China, das die Stimmung im Markt aufhellte. Zudem hat sich ein großer kommerzieller Kunde von JP Morgan über 1400 lots Novemberbohne andienen lassen. Man munkelte, dass Cargill dahinter stecke, was man für ein Zeichen der Kassamarktnachfrage deutete. International gab es auch positive Nachfragesignale, denn die Chinesen buchten weitere 132 tsd to.

Das hat die Bohne in den grünen Bereich gehievt. Daneben gab es wieder versöhnlichere Zeichen der Diplomatie zwischen Chinesen und Amerikanern. Auch das wirkte preislich positiv. Mehr gab es im Prinzip nicht.

Im Produktenbereich glänzte das Sojaöl durch einen aufwärtsgerichteten Rückschnapper, der die Verluste tags zuvor fast vergessen machen konnte. Die preisliche Spreizung zwischen den Produkten dürfte wohl auf Spreadaktivität zurückzuführen gewesen sein.

Trendanalytisch müssen wir nun abwarten, was passiert, denn die Bohne hat gute Chancen, die Festigkeit weiter auszubauen. Wenn dies geschehen sollte, dann wäre der Aufwärtstrend zumindest kurzfristig wieder aufgenommen, und man dürfte auf mehr hoffen.

Winnipeg: Canola stieg etwas an, das rüttelte aber nicht am jüngsten Durchbruch durch die Unterstützungen.

Matif: Raps in Paris brachte Tag 1 nach dem Auslaufen des Novembertermins hinter sich und stürzte keineswegs in sich zusammen. Man schob sich, die jüngst eroberte Stärke aufrecht erhaltend, seitwärts. Der Hauptwiderstand liegt nun direkt über Kopf, und das Rüböl notiert ganz ordentlich auf Höhe der 800er-Marke.

Das sind gute Voraussetzungen, um einen Durchstoß nach oben hin zu bewerkstelligen.

Man darf davon ausgehen, dass ein weiteres positives Ölsaatenumfeld diese Entwicklung rasch möglich machen wird. Aber aufgepasst! Es muss auch klappen, wir dürfen nicht schon wieder lange an der 382,50 € rumknabbern.

 

Was machen wir jetzt mit der zweiten Seite? Wir könnten sie rasch mit Charts zukleistern, aber wir könnten uns auch einmal über die Gesamtsituation Gedanken machen und eine "prophetische Vorausschau" wagen.

Wir lassen dabei sämtliche näheren Erklärungen weg und bringen nur das, was der Zweck verlangt.

Zuerst unterteilen wir die Märkte grob in fünf Anlageklassen: Aktien, Anleihen, Währungen, Immobilien und Rohstoffe.

Ein Blick auf die Charts lässt uns feststellen, dass seit der Finanzkrise insbesonder die Aktienmärkte, Immobilien und Anleihen angestiegen sind. Zuletzt waren es die Anleihen, die wegen Negativzinsen preislich anzogen. Inbesondere flossen massive Gelder in die Anleihen von als sicher geglaubter Staaten. Wir erinnern uns.

In sachen Währungen gab es über die letzten Jahre manche Turbulenz. Schwellenländer waren massiv in US$ verschuldet und mussten sich plötzlich US$´s kaufen, um den Schuldendienst zu erfüllen. Wir erinnern uns auch hieran. Der US$ war tendenziell fest, andere Währungen kollabierten.

Auffällig ist, dass die Rohstoffe fast zehn jahrelang stiefmütterlich behandelt wurden. Es gab nur den üblichen Wellenschlag von Angebot und Nachfrage. Einen größeren Aufwärtstrend konnten wir generell nicht ausmachen - zehn lange Jahre lang nicht!!!

Sind die Rohstoffe nicht langsam mal wieder am Zug? Man könnte auf die Idee kommen, aber warum sollten gerade Rohstoffe im Umfeld weltwirtschaftlicher Kontraktion ansteigen? Ist das nicht widersinnig?

Nein! Denn die Entwicklungen, die wir beobachten können, sprechen eine deutliche Sprache.

In den Aktienmärkten wartet alles auf eine Korrektur, um wieder einsteigen zu können. Selbst die Permabullen an der Wall Street würden eine Korrektur des S&P befürworten und als gesund einstufen. Das mag tatsächlich für den Moment so sein, aber eine Korrektur zum jetzigen Zeitpunkt ist brandgefährlich, denn die FED hat die Zinsen bereits mehrfach gesenkt, obwohl man weiter anheben wollte, und man hat Quantitative Easing strukturell wieder eingeführt. Man nennt es nicht so, aber es ist QE. Das ist doch eine interessante Entwicklung.

Und noch interessanter ist, dass sich die relativ gleich gewichteten Rohstoffindizes momentumäßig aufgespult haben. Das bedeutet, dass bei einem einsetzenden Aufwärtstrend (preislich), mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sofort Folgestärke einsetzen würde. Und das käme für fast alle überraschend...im Umfeld weltwirtschaftlicher Kontraktion.

Tja, dann hätten die Notenbanken, die ja bereits wieder ohne sichtbare Beweise (kollabierende Aktien etc.) in den Krisenmodus geschaltet haben, ihr Inflationsziel ganz schnell erreicht. Nur eben nicht in der Anlageklasse, in der man es geplant hat. Und wenn dann die Kurse an den Aktien- und Anleihemärkten fallen sollten, und man das bereits in Szene gesetzte geldpolitische Instrumentarium weiter verstärken muss, um gegenzusteuern, wäre nach meinem Dafürhalten der Punkt erreicht, an dem das Geld in die Rohstoffe fließt - auch bei globalwirtschaftlicher Rezessionstendenz!

Das ist die Kapitalisierung des us-amerikansichen Aktiernmarktes im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung der USA.

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