Bohne nur kurz von Getreideverlusten belastet

Die Bohne war gestern zunächst schwach. In den Nachbarpits Weizen und Mais gab es weiteres blutiges Gemetzel. Hiervon blieb die Bohne nicht unbeeindruckt. Sie geriet in den Sog der Verluste und testete im Novembertermin die Unterstützung bei 8,60 US$/bu. Diese Marke hat dem Verkaufdruck aber standgehalten.In der Folge ging es wieder bergauf. Es reichte zwar nicht mehr für einen nennenswerten Gewinn, aber Verluste blieben am Ende auch keine stehen.

Im Produktenbereich konnte das Sojaöl überzeugen. Auch hier startete man schwach und musste Schlimmeres befürchten, aber die Kursumkehr war überzeugend. Denn sie bestätigte den Durchstoß durch das Widerstandsbündel, bestehend aus mehreren gleitenden Durchschnitten. Schrot wackelte hingegen wie ein Lämmerschwanz. Auf der Marke von 295,- US$/shtton stehend, gähnte ein Abgrund unter den Bullen. Aber man konnte sich irgendwie an dieser Marke festklammern - das Schlimmste wurde verhindert.

Unterm Strich wurde die Bohne von den Fonds gestern mit 8000 lots nettogekauft. Das hat es ausgemacht.

Das USDA meldete hübsch feste wöchentliche Exportzahlen in Höhe von 1,281 mio Tonnen, was oberhalb der Erwartungsspanne lag und den Bullen unter die Arme griff. Der Handelsstreit zwischen den USA und den Chinesen erfuhr eine weitere Verschärfung durch das Aktivwerden zusätzlicher Zölle auf chinesische Waren. Das war aber keine Neuigkeit, die man frisch zu verdauen hatte. Man wusste hierüber vorher bescheid.

Nachbörslich kam das USDA mit den Crop Ratings heraus. Da die Frostgefahr nicht akut ist, wie wir gestern an dieser Stelle festgestellt haben, erwartete der Markt eine leichte Verbesserung im Saatenstand. Das trat aber nicht ein. Das USDA meldete weiterhin 55% der Bohnen in gutem bis exzellentem Zustand. Tendenziell war das preisstützend. Das ist es zu gestern gewesen. Mehr gibt es nicht zu sagen. Man muss nun abwarten, wie sich die Chinesen verhalten werden. Sie sagten zwar, sie wollten erst einmal von weiteren Strafmaßnahmen gegen die USA absehen, aber man kann nie wissen.

Eines dürfte nach all den Zwistigkeiten zwischen den Amerikanern und den Chinesen klar geworden sein. Wenn die Chinesen auf Vergeltungsmaßnahmen verzichten sollten, dann hat das keinen freundschaftlich-diplomatischen Hintergrund, sondern es dürfte eine Notwendigkeit der blanken wirtschaftlichen Lage sein. Die chinesische Wirtschaft leidet unter dem Handelskrieg nämlich sehr viel stärker als die amerikanische.

Winnipeg: Canola ist ein fürchterliches Seitwärtselend. I mog nimmer.

Matif: Raps an der Matif verhielt sich erwartungsgemäß. Wegen des schwächwer gewordenen MDI´s (Agrartrends) mussten wir Verkaufdruck befürchten. Dieser flammte auf und drückte den Preis unter die Marke von 380,- €/to. An der ersten Hauptunterstützung war aber Schluss damit. Man konnte sich wieder erholen und die Bären von der 380-Marke vertreiben.

Die Rapsölpreise hatten zwar einen leichten Abschlag hinzunehmen, aber der war verschmerzbar, weil er nicht am allgemeinen Niveau rüttelte.

Trotzdem müssen wir weiter auf der Hut sein und verdammt aufpassen!

Denn nach oben hin machen sich die Käufer doch recht schnell rar, sobald die Bullen einen Versuch unternehmen, sich von der 380 zu lösen. Es bleibt verdammt spannend.

Solange das Rüböl da handelt, wo es handelt, sollte alles ok sein. Wenn der Wind dreht, hat man aber besser schon das Segel aufgesteckt. Am Kassamarkt ging nichts. Ein Makler musste angesichts dessen in todwunder Zerquältheit eine ablehnende Haltung gegen das Gute einnehmen und in jene Traurigkeit verfallen, die von nichts mehr etwas wissen will. Die Römer übernahmen hierfür einen Begriff von den Griechen und nannten diesen Zustand Acedia. Thomas von Aquin bettete das Konzept später in seine christlich-philosophische Lehre ein.

Welchem Makler könnte es wohl gestern so ergangen sein - Acedia?

Börse hat aufgemacht und ist ein bisschen im Plus. November zuletzt bei 381,50 über den Ladentisch.

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