Ölsaatenmarktbericht

Die Bohne konnte gestern erneut etwas ansteigen und wichtige Überkopfwiderstände durchstoßen. Für die Produkte galt Ähnliches, aber hier sind Abstriche wegen der Widerstandwichtigkeit zu machen. Das Sojaöl schiebt sich praktisch auf dem 50-Tage-EMA seitwärts, und das Schrot verhält sich traditionell wie die Bohne. Beide Male liegen aber die dicksten Widerstände noch über den gegenwärtigen Kursniveaus.

Gestern war natürlich der heutige USDA-Bericht handelsbestimmend. Im Vorfeld der WASDE-Zahlen schraubte man am Risiko seiner Positionen herum, um sie aufs gewünschte Maß abzusenken oder anzuheben. Einen anderen bedeutenden Fundamentalhintergrund hat es tagesaktuell nicht gegeben.

Die große Frage, die man sich für heute stellen muss, ist diejenige nach dem USDA und seinem Verhalten. Wie werden die Washingtoner Statistiker mit der gegenwärtigen Situation umgehen?

Wir wissen, dass wir es mit einem Haufen Variablen zu tun haben, die man kaum zu einer Gleichung zusammenformen kann. Flächen- und Ertragsprognose sind unter diesen Bedingungen in den USA praktisch nicht verlässlich vorzunehmen. Beim Flächenbericht von Ende Juni ist es dem USDA zweifelsohne nicht gelungen, den Eindruck der Seriösität zu erwecken. Man tat beim Einschätzen der Flächen so, als hätte es das ganze Frühjahr hindurch nicht geregnet. Man erntete entsprechenden Widerspruch, der eine vollständige Neuerhebung provozierte.

Darf man erwarten, dass das USDA seine "unerweckte Seriösität" dadurch versuchen wird aufrecht zu erhalten, indem es seine Unseriösität beibehält? Wird man also beim Mais und bei der Bohne mit den Flächen von Ende Juni weiterkalkulieren? Oder wird man in Antizipation der angekündigten Datenneuerhebung bereits eine Anpassung vornehmen? Wird man wieder einem Gefühl der Zerknirschung ausgeliefert werden aufgrund offenkundiger Unmöglichkeit? Wer kann das wissen? 

Hier sind jedenfalls die Markterwartungen für heute abend: