Weizenmarktbericht

• Überseeische Getreidemärkte legen vor dem heutigen USDA-Bericht etwas zu: Mais und Weizen plus ca. 2 cts/bu

• Positionierungen und Shortcovering vor WASDE sorgten für leicht steigende Kurse; Widerstände blieben aber intakt

   • • us-amerikanischer Kassamarkt wirkt beim Mais durch anziehende Prämienniveaus stützend

• Fonds kauften gestern am CBoT etwa 8000 lots Mais, 2000 lots Weizen und 6500 lots Bohne

• US-Notenbankchef Powell sendet den US$ durch Hinweis auf anstehende Zinssenkungen wieder auf Talfahrt

   • • Powell im Januar:  I see no risk of recession! ; Powell im Juli: Outlook has worsened, we need to cut rates!

   • • Mit anderen Worten, sämtlliche Notenbankaussagen in der Vergangenheit waren falsche Schönfärbereien - wie immer

• US-Energiebehörde meldet wöchentliche Ethanolherstellung bei 1,05 mio Fass/Tag (Bestände auf 23,01 mio Fass gestie.)

• Chinesen verkaufen im Zuge einer Staatsauktion 748,3 tsd to Mais in den heimischen Markt

• Chinesisches AgMin reduziert den Maisverbrauch im Land um 2 mio to auf nun 280 mio to wegen Schweinepest (ASP)

   • • wenn man schon die gesamte ASP-Statistik massiv fälscht, muss es "folgefalsch" in anderen Bereichen weitergehen

• Australischer Weizen hat die nächsten drei Monat mit heiß-trockenen Bedingungen zu kämpfen (Ostküste)

• Bulgarien meldet den Ausbruch neuer ASP-Fälle in sechs Dörfern im Norden in der Region Pleven

   • • Behörde hat angekündigt, sämtliche Schweinebestände in den betroffenen Dörfern rasch zu keulen

• im Golf von Mexiko hat sich ein Hurricane-Systtem herausgebildet, das heftige Regenfälle bringen könnte (siehe S.2)

• erste Frühdrüsche beim Weizen weisen in Frankreich Proteingehalte von unter 11% auf (Reuters, Soufflet)

   • • im weiteren Ernteverlauf werden aber steigende Proteingehalte gemeldet (quantitative Ertragslage bislang sehr gut)

   • • beides dürfte in einer Ursache-Wirkungsbeziehung stehen: viel Menge, aber "ausgedünnte" Proteinmengen

• Franz. AgriMer reduziert die außereurop. Weizenexporte 2018/19 von 9,75 auf nun 9,7 mio to

   • • franz. Weizenendbestände 18/19 auf 2,5 mio to hoch (2,4 zuvor); 2,8 mio to Mais (3,0 zuvor); Gerste 1,6 (1,5 vorher)

• Getreideernte 2018/19 auf der Krim wird bei mindestens 1,8 mio Tonnen gesehen (unter 1 mio to im Vorjahr - trocken)

• Südkoreanische Mühlenindustrie kauft nach Tenderabschluss 80 tsd Tonnen Weizen aus den USA

• trockenen Bedingungen in Europa fangen an, beim Mais Ertrag zu kosten, meinen die Satellitenbeobachter

• Philippinen haben letzte Woche 60 tsd to Futterweizen eingekauft (Herkunft wahrscheinlich Schwarzmeerregion)

• Jordanien legt seinen 120 tsd Tonnen-Routineweizentender wieder auf - keine Überraschung

• Matifweizen hat sich gestern nach dem Erdrutsch vom Vortag etwas stabilisieren und konsolidieren können

• bei uns überlegt man, ob eher die guten Gerstenerträge oder eher die schwachen Rapserträge hinweisgebend für Weizen

   sind. Beides scheint möglich. Im Lichte der französischen Ertragslage (bislang sehr gut) wird die Bewertung schwieriger

• Nachtbörsenvorgaben sind derzeit etwas negativ - Mais udn Weizen ca. 2 cts/bu im Minus

 

Kurzkommentar:

Eine der großen Fragen, die man sich für heute stellen muss, ist diejenige nach dem USDA und seinem Verhalten. Wie werden die Washingtoner Statistiker mit der gegenwärtigen Situation umgehen?

Wir wissen, dass wir es mit einem Haufen Variablen zu tun haben, die man kaum zu einer Gleichung zusammenformen kann. Flächen- und Ertragsprognose sind unter diesen Bedingungen praktisch nicht verlässlich vorzunehmen. Beim Flächenbericht von Ende Juni ist es dem USDA zweifelsohne nicht gelungen, den Eindruck der Seriösität zu erwecken. Man tat beim Einschätzen der Flächen so, als hätte es das ganze Frühjahr hindurch nicht geregnet. Man erntete entsprechenden Widerspruch, der eine vollständige Neuerhebung provozierte.

Darf man erwarten, dass das USDA seine "unerweckte Seriösität" dadurch versuchen wird aufrecht zu erhalten, indem es seine Unseriösität beibehält? Wird man also beim Mais und bei der Bohne mit den Flächen von Ende Juni weiterkalkulieren? Oder wird man in Antizipation der angekündigten Datenneuerhebung bereits eine Anpassung vornehmen? Wird man wieder einem Gefühl der Zerknirschung ausgeliefert werden aufgrund offenkundiger Unmöglichkeit? Wer kann das wissen?

Hier sind jedenfalls die Markterwartungen für heute abend und die Hurricane-Wetterkarte: Um diese einzusehen und den gesamten Marktbericht herunterzuladen,  klicken Sie auf die zugeordnete Datei: