Ölsaatenmarktbericht

Mit einer "vorwärtsgerichteten Umkehrrallye" hat die Bohne gestern mitsamt ihren Produkten den heutigen US-Nationalfeiertag eingeläutet. Überall gab es Zugewinne zu verzeichnen. Diese waren zwar nicht besonders umfangreich, aber es waren wenigstens Zugewinne, die die momentan vorherrschenden Abwärtstrends zum Stehen brachten. Die kurzen Trends schnappten alle zurück und griffen dabei wichtige Widerstände an. Die Bohne eroberte ihren 50-Tage-EMA zurück, das Sojaöl attackierte dieses Niveau, und das Schrot - naja, das Schrot legte auch etwas zu. Im Schrotzugewinn lag aber am wenigsten charttechnische Bedeutung.

Fundamental gab es nicht viel. Die Zugewinne in den benachbarten Getreidepits wurden beäugt und erleichterten die Richtungsfindung vor dem heutigen Feiertag. Da dem morgigen Freitag eine Brückentagfunktion zufällt und man davon ausgehen muss, dass handelsmäßig nicht besonders aktiv zugepackt wird, dürften die gestrigen Zugewinne zum Gutteil Positionsglattstreichungen gewesen sein. Es fällt überdies auf, dass die Woge der Bereitschaft, als Käufer im Markt aufzutreten, beim Mais deutlich stärker ausgeprägt war als in der Bohne. Das kann aber aus fundamentalanalytischem Blickwinkel in Bezug auf den jüngsten USDA-Flächenreport, der sämltiche Absurditäten vereint hat, nicht wundernehmen.

Ansonsten hat man naturgemäß zum jetzigen Zeitpunkt ein Auge zum Himmel und schaut sich die Wetterentwicklung an. Diese nimmt momentan einen vergleichweise günstigen Verlauf. Es bleibt grundsätzlich sommerlich trocken, ohne dass ein Temperaturextrem auszumachen ist. Dann und wann flammt Schaueraktivität auf. Aus landwirtschaftlicher Sicht sind das nahezu ideale Bedingungen. Der ein oder andere Kommentator findet zwar immer noch das Haar in der Suppe, aber angesichts der sintflutartigen Bedingungen, die wir das ganze Frühjahr hindurch hatten, sind die gegenwärtigen Umstände in den USA als traumhaft zu bewerten - und darauf kommt es jetzt an.

Winnipeg: Canola hat demgegenüber versagt. Gestern bedrohte man trotz positiver Bohnenvorgaben seine Unterstützung bei 450,- Can$/to (Novembertermin). Käufer waren keine auszumachen und ein festerer Can$ grätschte auch noch dazwischen. Aus die Maus.

Matif: Raps hat die besseren Bedingungen des Preisumfeldes für sich nutzen können. Nach hartem Aufschlag auf der 365,- (Nov) schnappte man gestern drei Euro zurück nach oben. Das war immerhin etwas.

Heute werden die Umsätze wohl sehr gering bleiben, wegen der fehlenden Vorgaben aus Chicago.

Wir schreiben hier einen Ölsaatenbericht, aber es gibt immer wieder Wechselwirkungen zwischen den Märkten. Das, was momentan überall zu kurz kommt, sind die schlechten Entwicklungen in den Finanzmärkten und in der Weltwirtschaft. Immerhin haben die Notenbanken, die FED allen voran, wieder die Kehrtwende von der Kehrtwende propagiert, um die inflationären Blasen am Leben zu halten. Und trotzdem können sich nicht verhindern, dass sich Dinge bahnbrechen, die man doch eigentlich verhindern wollte.

Die folgenden Charts sollen hiervon einen Eindruck vermitteln:Um die Charts sowie den gesamten Marktbericht einzusehen klicken Sie bitte hier: SCH03072019