Bohne markiert 10-Jahres Tief

Die Sojabohne wurde gestern geschlachtet!

In einer weiteren sehr schwachen Sitzung büßten die Bohnenpreise in der Spitze etwa 20 cts/bu ein.

Die Schlusskurse stimmten zwar nicht versöhnlich, aber ließen das letzte Bild nicht ganz so hässlich am Kursbrett zurück.

Die Julibohne gab unterm Strich knappe 15 cts her und settelte bei 8,12 3/4 US$/bu.

Beide Produktkomponenten besaßen die gleiche fatale Schwächeneigung und sanken wie ein Stein.

Sojaöl machte dabei ein Doppeltief, und das Schrot brach vollkommen weg. Alte Tiefs konnten hier nicht stützen!

Also alles in allem wieder einmal sehr bärisch im Sojakomplex!

Woran hat es gelegen, dass Zehnjahrestiefs markiert wurden?

Im Grunde genommen wissen wir das, denn die gleichen Gründe, die wir schon so viele Male ins Feld führen mussten, haben ihren verberblichen Einfluss weiter ausgeübt. Der Donald ist eine Eskalationsstufe höher gestiegen und hat die nächste Umdrehung an der Zollschraube vollführt. Die Zollschraube ist gleichzeitig Daumenschraube und soll die Chinesen friedensbereit machen. Das scheint auch ein Stück weit zu funktionieren, denn seitens der Chinesen war zu vernehmen, dass man unter Druck stehe und seine Abgesandten schnellstmöglich mit den besten Unterhandlungsabsichten nach Washington schicke. Heute soll es am runden Tisch weitergehen - bleibt zu hoffen, dass man sich das Möbelstück nicht gegenseitig um die Ohren haut.

Wie ernst man die verbale Demutsgeste aus dem Reich der Mitte zu nehmen hat, ist unklar, aber eines war doch bemerkenswert, denn die Chinesen machten in ihren Statements darauf aufmerksam, dass neue Zölle beide Seiten unangemessen hart treffen würden und doch beide Wirtschaftsräume eng miteinander verflochten seien. Das klingt durchaus versöhnlich und abschlussbereit, aber wir dürfen wegen der Sprunghaftigkeit beider Seiten einer Einigung nicht vorgreifen - abwarten bleibt das Motto der Stunde.

Charttechnisch stellt die gestrige Ausverkaufssitzung die Frage, ob man die entstandene Lücke nun überhaupt noch als Erschöpfungslücke interpretieren darf. Das Urteil hierüber ist nicht eindeutig. Ich meine, dass man nach wie vor darauf hoffen darf, dass eine solche Lücke vorliegt, aber dann brauchen wir praktisch eine sofortige Trendumkehr nach oben.

Möglicherweise steht eine Einigung mit China vor der Tür, die den Exportkanal für US-Bohnen ins Reich der Mitte wieder öffnet und diese Trendwende herbeiführt. Möglicherweise ist das aber auch vollkommener Quatsch und der Donald verfolgt mit seiner geistigen und gefühlsmäßigen Volatilität Absichten, die man überhaupt nicht einschätzen kann. Man muss wohl froh sein, wenn Donald Trump seine Absichten selbst kennt. Das Amt des US-Präsidenten hatte für ihn etwas Verführerisches, vielleicht sogar etwas Berauschendes. Und jetzt nutzt er die Möglichkeiten, die sich ihm bieten, sich daran zu berauschen - bei nicht bekannten Absichten.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der gestern die Bärigkeit verschärft hat, waren die elendigen Bohnenexporte. Das USDA wies in seinen wöchentlichen Zahlen nur 146,5 tsd to aus. Das war natürlich ein katastrophaler Wert, der nicht einmal in Ansätzen den Bullen gefallen konnte. Die miserable Zahl wurde noch verschärft durch Nachrichten, dass die Chinesen mindestens 15 Cargoes an brasilianischen Bohnen gebucht haben.

Last not least ist heute USDA-Tag:

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