Sojabohne vor historischem Boden?

Die Sojabohne kam infolge der Twitternachricht von Donald Trump am Montag unter die Räder. Dem US-Präsidenten gehen die Verhandlungen mit den Chinesen nicht schnell genug. Deswegen hat er mehr Druck auf den Kessel gegeben, um die Sache zu dynamisieren. MIt seinem üblichen Wort- und Ausdrucksarsenal ließ er wissen, dass, wenn es nicht schneller geht, demnächst weitere Zölle auf chinesische Waren erhoben werden.

Das hat der Bohne einen solchen Schrecken eingejagt, dass sie panikartig die Flucht ergriff und nach unten hin eine Kurslücke produzierte. Danach stürzte sie nur noch weiter ab, bevor sich sich von ihren Tiefs erholen und gestern diese Erholung konsolidieren konnte. Damit hat die Bohne seit dem 15. April so ziemlich genau einen ganzen US$ eingebüßt.

Die einsetzende Preiserholung nach dem Eskalationsabsturz deutet sehr deutlich auf Shortcovering hin, das seitens der Fonds eingesetzt hat. Diese halten bekanntlich eine große Shortposition und sitzen dementsprechend auf Gewinnen, die es auch zu realisieren gilt.

Buchgewinne mögen schön sein, realisierte Gewinne sind aber schöner! Was ist nun von der gesamten Situation zu halten? Das ist schwer zu beantworten, weil wir extrem politisch gefärbte Märkte vor uns haben, deren pflanzenbaulicher Rahmen in den Hintergrund gedrängt wurde.

Nichtsdestoweniger ist eine extrem interessante Situation entstanden, denn der Ausverkauf der Bohne könnte am Montag in einer Erschöpfungslücke seinen Höhepunkt gefunden haben! Das würde bedeuten, dass die Tiefs gemacht sind!

Diese technische Entwicklung kann auch fundamental harmonisiert werden, denn der Donald will eine zeitnahe Einigung mit dem Reich der Mitte sehen, und im Mittelwesten der USA stimmen die Aussaatbedingungen nicht. Eine Einigung mit China könnte den Exportkanal zum größten Bohnenverbraucher der Welt wieder öffnen und gleichzeitig mehr Spielraum für die misslichen US-Aussaatbedingungen in der Preisbildung freigeben.

Beides wäre tendenziell bullisch und würde sich perfekt mit der Theorie der Erschöpfungslücke in Einklang bringen lassen. Hierauf ist unbedingt zu achten! Alle Alarmglocken müssen läuten, wenn die Bohne mit einer Aufwärtslücke über die 8,40 (Juli) springen kann!             

 

Winnipeg: In Kanada kam es gestern nach der politisch dominierten Verlustserie zu einer freundlichen Gegenreaktion. Die Canolapreise stiegen um die 5,- Can$/to an. Einerseits war die canadische Währung schwach und andererseits soll es kommerzielles Kaufinteresse seitesn der Verarbeitung gegeben haben. Diese Kaufkraft stoppte die Verlustserie.

Matif: In Paris kamen die Rapspreise unter Druck. Die allgemeine Ausverkaufsstimmung machte auch vor uns nicht halt. Nunmehr sind die Preise wieder beim 50-Tage-EMA angekommen und treffen damit auf Unterstützung. Die Rübölpreise in Rotterdam sind etwas zurückgegangen, halten sich aber noch komfortabel über der 700er-Marke. Insofern muss man sich hier keine Sorgen machen, aber genau hinschauen.

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