"Butter bei die Fische"!

Am Freitag hieß es an der EEX in Leipzig "Butter bei die Fische"! Die Butter hat das Rennen mit einem satten Tagesumsatz von 314 Kontrakten klar für sich entschieden. Das Magermilchpulver blieb mit 15 Kontrakten müde dahinter, und Molkenpulver und Flüssigmilch verzeichneten leider gar keinen Umsatz. Der Funken der Tatenlust wollte hier einfach nicht überspringen und so versiegte er im Gestaltlosen. Das war schade, denn wäre der umgekehrte Fall eingetreten, hätte sich ein hübsches abgerundetes Handelsbild ergeben, das man vorbehaltlos mit Lob hätte bedenken dürfen. So jedoch bleibt das Lob ausbaufähig und möge in den anderen Produkten alsbald zu kühner Tat anregen. Leider hat sich heute morgen diesbezüglich noch nichts Greifbares ergeben. Die Leipziger Milchprodukte zeigen auf unserem Börsenschirm noch eine unschöne Null beim kumulierten Umsatz. Aber schauen wir auf den Freitag zurück. Die Butter wurde zweimal im November 2018 gehandelt und insgesamt 312 Male von Januar bis Juni 2019, wobei der Umsatzschwerpunkt ganz klar auf dem ersten Quartal 2019 lag. Die ununterbrochene zeitliche Serie des Handels, die sich bis Mitte des kommenden Jahres erstreckte, ist schön anzusehen. Nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern vor allem aus marktlichen, denn es zeigt uns doch einmal mehr, dass man gerade bei der Butter eine kleine kopernikanische Wende vollzieht. Auf dem Kassamarkt (physischer Markt) wird es zusehends schwieriger, Kontrakte durchzuboxen, die lange Laufzeiten beinhalten. Butter ist ein preislich unsteter Artikel geworden, der anders behandelt sein will. Falls man dennoch längere Laufzeiten absichern möchte, ist die Bereitschaft gestiegen, die Börse einzusetzen. Das ist eine gute Entwicklung, denn sie eröffnet ALLEN Marktteilnehmern die Möglichkeit, ihre Vermarktung zu flexibilisieren. Auch und gerade die Landwirtschaft hat die Möglichkeit, etwas gegen die stets  als zu niedrig empfundenen Milchauszahlungspreise zu tun, indem sie die heute schon handelbaren Zukunftspreise der Milch für sich zum Absichern nutzt. Vorbei die Zeit der Ohnmacht und der Klage; jetzt heißt es, selbstgestalterisch das eigene Preisschicksal in die Hand zu nehmen.