Bohne bleibt von USDA ungerührt? und Kanada....

Die Sojabohne hat gestern nichts gemacht. Wobei das unrichtig formuliert ist. Die Bohne harrte vielmehr dem USDA-Report, ließ sich von den Marktkräften beidseitig kräftig durchschütteln und schloss danach unverändert. Der Produktenbereich war weniger belebt. Das Sojaöl setzte leicht zurück, hielt aber weiterhin die wichtigsten Unterstützungen intakt. Das Schrot war marginal abschlägig, aber es zeigte an wichtiger charttechnischer Stelle die Fähigkeit, sich halten zu können. Sollte Festigkeit aufflammen, darf man Anschlußstärke vermuten bzw. erhoffen. Inhaltlich brachte der gestrige Handelstag nichts Neues. Das USDA veröffentlichte seinen Report, und die Beobachter sahen sich in ihren Erwartungen bestätigt. Der US-Bestand ist etwas reduziert worden, der Weltbestand blieb mehr oder weniger gleich, und die südamerikanischen Ernten wurden in ihrer Höhe bestätigt bzw. marginal nach oben verbessert (Brasilien). Damit war handelsmäßig nichts anzufangen. Entsprechend unentschlossen und volatil ging es her. Aus der Gerüchteküche um die Handelsgespräche wurde den Journalisten nichts Neues aufgetischt. Üblicherweise kommen immer mal wieder Kommentare und Statements an die Presse und sei es nur darum, sich selbst wichtig zu machen. Gestern war aber auch das nicht der Fall. Doch halt, etwas gab es dann doch: Morgan Stanley ließ wissen, dass auch wenn eine Einigung käme, man nicht glaube, dass sich damit die Beziehungen zu China jemals wieder auf das alte Maß normalisieren ließen. Vielmehr erwarte man eine dauerhaft schlechtere Kostenposition us-amerikanischer Unternehmen gegenüber China. Das würde aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer Überprüfung des Supply-Chain-Managements führen.

Winnipeg: In Winnipeg ist man verängstigt wie ein Kaninchen und zittert wie ein Lämmerschwanz. Die Rapspreise wagen sich nicht aus der Deckung. Die politischen Unwägbarkeiten sind einfach überwältigend und lähmen das Geschehen. Die Landwirte dürften über ihre Anabuentscheidungen grübeln, und die Exporteure lasten die diplomatischen Drähte zur Politik aus. Diese wiederum sucht nach Andockstellen in China, um die Kuh vom Eis zubekommen.

Die Chinesen zeigen aber bislang die kalte Schulter. Das Reich der Mitte stellte überdies kühl fest, dass man nun infolge des Verzichts  auf kanadische Rapssaat mit weniger Rapsölproduktion zu rechnen habe. Das ist wohl ein notwendiges Entwicklungssymptom, das keiner weiteren Erklärung bedarf. Viel interessanter ist doch, dass sich die Chinesen auch von eigenem Ungemach pflanzenbaulicher Art nicht davon abhalten lassen, wenn es darum geht, den Kanadiern politisch die Leviten zu lesen. Zuviel Regen ist üblicherweise nicht das Problem, aber es hat doch in chinesischen Anbaugebieten zuletzt sehr stark geregnet. Einige Regionen klagen und befürchten Ertragseinbußen. Übrigens nimmt bei nachlassender Rapsverarbeitung nicht nur der Ölausstoß nach, sondern auch die Schrotproduktion. Die Rapsschrotpreise sind an der Zhengzhou Commodity Exchange im März um etwa 7% gestiegen.

Matif: An der Matif setzte man zurück. Nach oben hin erwiesen sich die Perspektivkäufer als zu schwach, um die 200-Tagelinie zu durchstoßen. Man wollte dieses Preisniveau nicht aufrufen. Das ließ den Markt wackelig zurück. Und gestern ging es dann abwärts, wobei die wichtige Hauptunterstützung in Form des 50-Tage-EMA´s gehalten hat. Allerdings schlagen derzeit wieder kleine Verluste zu Buche, die dieses Level gefährden (siehe Agrartrends).

Am Kassamarkt gab es nichts.

Hier sind die USDA-Zahlen in tabellarischer Form: