Wetter in China unter der Lupe

• überseeische Weizenmärkte seitwärts bis schwächer; CBoT-Weizen stellt gestern schwächste Komponente dar

• USDA-Report bringt keine Überraschungen; allenfalls im Getreidebereich tendenziell leicht bärisch

   • • nächster Report (Mai) liefert erstmalig eine Einschätzung hinsichtlich der neuen Ernte

• CBoT-Weizen wird eher von den unerwartet guten Crop Ratings preislich unter Druck gesetzt

• Mais steht zeitweise heftig unter Druck und verzeichnet neue Tiefs; Erholung folgt, am Ende steht eine Null

• Fonds verkaufen unterm Strich 6000 lots Weizen, 2000 lots Bohne und 500 lots Mais

• Ägypter kaufen direkt (ohne Tender) 60 tsd Tonnen Weizen rumänischer Herkunft

• Philippinische Importeure tendern für 165 tsd Tonnen Futterweizen

• Südkorea tendert für 138 tsd Tonnen Mais

• Vietnam bekundet Interesse an weiteren Weizenpartien russischer Herkunft (phytosanitäre Dinge hemmen noch)

• Rio de Janeiro meldet "absolut unnormale" Regenfälle; Starkregen zerstört Teile der Infrastruktur; 3 Tote

• Afrikanische Schweinepest nun in allen "Schweinehochburgen" Chinas angekommen; Freunde, jetzt kommt´s:

   • • Offizielle Stellungnahme des Ministeriums: ASP ist "unter effektiver Kontrolle"; Ausbreitung verlangsamt sich

   • • Es kann doch niemand ernsthaft annehmen, dass das irgend jemand tatsächlich für bare Münze nimmt!

• Algerien tendert für mindestens 50 tsd Tonnen Mahlweizen (wie immer Hoffnung auf mehr, wenn Algerien tendert)

• Koreaner kaufen im Zuge ihres aufgelegten Tenders 69 tsd Tonnen Mais (optionale Herkunft)

• Jordanien macht keine Käufe im Zuge seines Standardtenders über 120 tsd Tonnen Weizen

• Chinesen überprüfen Antidumpingzölle gegen DDG´s us-amerikanischer Herkunft

• Ägypten stößt Schiff mit franz. Weizen wegen Mutterkornanteil (Beilegungsverhandlungen laufen)

   • • Es soll um eine Toleranzabweichung von 0,1% gehen (wirkt alles irgendwie vorgeschoben und aufgesetzt)

• Japaner starten Einkaufstender über 113,1 tsd Tonnen Mahlweizen (Herkunfte USA, Kanada oder Australien)

• Franz. AgMin sieht die franz. Weizenfläche (inkl. Sommerweizen) bei 5,01 mio Hektar (+2,8% zum Vorjahr)

• Gesamtgerstenfläche 1,9 mio ha (+7,7% zum Vorjahr); Raps 1,32 mio ha (-18,5% zum Vorjahr)

• Matifweizen hat sich gestern wieder seitwärts geschoben; 190,- € leisten weiter erbitterten Widerstand

• Kassamaärkt weiterhin still; nur am Wegesrand hört man von einzelnen Geschäftsinteressen

• Nachtbörsenvorgaben leicht negativ bei Weizen und leicht positiv bei Mais

 

Meteorologen haben ein weiteres Mal gewarnt, dass die vorausliegende Kampagne keine einfache für China werden könnte. Unter den momentanen Voraussetzungen sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich Umstände  wie in 2016 etablieren könnten. Dieses Jahr war von Extremen gekennzeichnet. Es gab sowohl Trockenheit als auch Überflutungsgebiete. Die Chinesen hatten bereits vor einigen Wochen ähnliche Vorhersagen öffentlich kommentiert und verlautbaren lassen, man nähme die Situation ernst, um rechtzeitig gegensteuern zu können. Konkreter wurde man allerdings nicht. Unter den momentan obwaltenden Umständen (siehe Karten unten) muss man aus landwirtschaftlicher Sicht bereits besorgt sein. 2016 war von El Nino-Bedingungen dominiert, die in China einen Haufen Extremwetterereignisse gebracht hatten. Seit September 2018 haben sich  El Nino-Ähnlichkeiten herausgebildet, die auf ein unterdurchschnittlich kaltes Frühjahr, gefolgt von einem überdurchschnittlich heißen Sommer hindeuten. Zu erwarten wären dann Trockenheit im Norden und Überflutungen im Süden.  Die Trockenbedingungen auf den Karten stören Weizen und Mais mehr als die Bohne.